Die Geschichte der Notfalldarstellung

 

Ausgehend von Erfahrungen der Britischen Armee im zweiten Weltkrieg trugen zunächst Berufsschauspieler als Mimen dazu bei, Sanitäter an den Anblick von Verletzungen zu gewöhnen (1942 - 1944). Sie bildeten mit Hilfe der im Theater üblichen  Schminkmaterialien Wunden nach, die bei Einsatzübungen in realitätsnahen Situationen zur Anwendung kamen.

1955: Die 32seitige DRK-Broschüre „Realistische Unfalldarstellung“ von Hanns Gerlach und Walter Stoeckel erscheint

In Großbritannien, Dänemark und der Schweiz wurden 1944 (in Frankreich: 1950; in Schweden:1953) erste Unterlagen erstellt bzw. Hilfsmittel entwickelt, die sich speziell auf die möglichst naturgetreue Darstellung von Wunden beziehen bzw. hierbei Verwendung finden.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden nach anfänglicher Verwendung von Verletzungs-Karten ( bis ca. 1950 )

 

 

 

Junge Sanitäter/-innen bei einer Erste-Hilfe-Übung. Foto: JRK-Bildarchiv
1968: Die „Arbeitsmappe Realistische Unfalldarstellung“ von Michel Körner erscheint.

Seit etwa 1951 zunächst Moulagen in Form von Gummiattrappen  angeboten, die am Körper angebunden wurden. 1954 erschienen dann erstmals -herausgegeben vom Jugendrotkreuz- "Blätter über Realistische Unfalldarstellung".

Seit 1955 wurde dann vom DRK in mehreren Auflagen die Broschüre "Realistische Unfalldarstellung" (Dr. Gerlach / Stoeckel) herausgegeben, ergänzt im Jahre 1968 durch die "Arbeitsmappe Realistische Unfalldarstellung" (Körner).

 

 

 

Schulsanitäter beim Einsatz. Foto: Christian Homann

Wegen schlechter Erfahrungen mit dem bis dahin bekannten unzulänglichen Materialangebot (Verletzungs-Karten, Moulagen) wurde 1964 der Schminkkasten "Mehlem 64" entwickelt, der nach zahlreichen Verbesserungen und Ergänzungen zwischen 1965 und 1985 bis heute gebräuchlich ist. Eine Abwandlung zu diesem Schminkkasten stellt der Schminkkoffer "Bavaria 91“ dar, der sich durch ein leicht erweitertes Material- und Zubehörangebot auszeichnet.

Die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Schminksets ist der Schminkkoffer "Westfalen“. Zum Zeitpunkt der Leitfadenerstellung befand sich bereits eine kleine Ausführung dieser sehr anspruchsvollen und nicht sehr billigen Variante in der Art des Typs "Münster“ in Vorbereitung.

 

 

 

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